Aus Liebe zum Sport Nelly Juckel (FF USV Jena) im Duell mit Noelle Maritz (VfL Wolfsburg) - (Quelle: imago-images.de) Bild vergrößern

Aus Liebe zum Sport

Du treibst gerne Sport und bist darin auch sehr talentiert. Um immer weiter nach oben zu kommen, führt in der Regel kein Weg daran vorbei, die Sportart professionell und leistungsorientiert zu betreiben. Du fragst dich, wie der Alltag eines Leistungssportlers aussieht, welche Voraussetzung man benötigt und was man dafür tun muss, um zu den Besten zu gehören? All diese Fragen habe ich Nelly Juckel, einer Fußballleistungssportlerin aus der Sportschule Jena, in einem Interview gestellt.

Nelly Juckel

Nelly Juckel (17) spielt und wohnt seit der Saison 2016/2017 in der Saalestadt Jena. Dort spielt sie aktuell in der Ersten Mannschaft des FF USV Jena, die in der vergangenen Saison in die Flyeralarm Frauen-Bundesliga aufgestiegen ist. Hier kam sie bereits auf acht Einsätze, wobei sie einige Spiele wegen einer langwierigen Verletzung verpasste. Außerdem absolvierte Sie 33 Spiele in der U17-Juniorinnen-Bundesliga und wurde im November 2017 erstmalig für die Deutsche Juniorinnen-Nationalmannschaft nominiert, bei der sie sechs Mal zum Einsatz kam.

Nelly, du bist seit letzter Saison Spielerin der Ersten Mannschaft des FF USV Jena. Was ist der größte Unterschied in Bezug auf Training und Schule im Vergleich zu deinen früheren Vereinsstationen?
Das Training ist viel intensiver und anstrengender als bei meinen vorherigen Vereinen. Die Sportschule besitzt im Vergleich zu anderen Schulen keinen großen Unterschied, nur dass das Hauptaugenmerk eben auf dem Sport liegt und auch von den Lehrern unterstützt wird.

Wie kam es zum Kontakt mit dem FF USV Jena und wie würdest du deinen bisherigen Werdegang im Verein beschreiben?
Der Kontakt kam durch meinen damaligen Auswahltrainer zu Stande, der mich zu einem Probetraining für die Thüringenauswahl einlud. Kurze Zeit später kam die Anfrage von Jena, ob ich mir vorstellen könnte, dort zu spielen. Zur Saison 2016/2017 wechselte ich dann in die Saalestadt und spielte zu Beginn zwei Jahre in der U17, bis ich anschließend in die Erste Mannschaft hochgezogen wurde.

Wie schwer fiel dir der Schritt mit 14 Jahren alleine von zu Hause „auszuziehen“?
Es war natürlich eine große Umstellung für mich alles alleine zu organisieren. Aber man bekommt von den Erziehern und Lehrern viel Unterstützung, wenn man sie braucht. Am Anfang hatte ich auch ein wenig Heimweh, das sich aber nach einiger Zeit wieder gelegt hat. Jetzt kann ich mir nichts Besseres vorstellen, als hier zu sein und würde diesen Schritt immer wieder gehen.

Viele fragen sich, wie Leistungssportler Schule und Sport unter einen Hut bekommen. Wie hast du das geregelt? Gibt es dafür Vorgaben oder musst du dich selber organisieren?
Alles unter einen Hut zu bekommen ist am Anfang schon sehr schwierig, wird mit der Zeit der Eingewöhnung aber immer besser. Vorteilhaft ist, dass Lehrer und Trainer sehr gut miteinander kommunizieren und auch nach harten Trainingstagen oder langen Auswärtsfahrten Rücksicht auf einen nehmen. In vielen Fällen sind die Trainer auch gleichzeitig unsere Lehrer, was der vorher beschriebenen Problematik positiv zu Gute kommt.

Du wurdest schon mehrmals für den Kader des Deutschen-Fußballbundes nominiert. Was bedeutet es für dich den Adler auf der Brust zu tragen?
Es ist für mich eine große Ehre mein Heimatland schon mehrmals vertreten zu haben. Außerdem macht es sehr viel Spaß mit den besten Fußballerinnen Deutschlands zusammenzuspielen und gegen andere Nationen zusammen sein Können unter Beweis zu stellen. Die Nominierung ist eine Bestätigung für die harte Arbeit und motiviert immer weiter an sich und seine Ziele zu glauben. 

Wie schaut ein typischer Schul- und Trainingstag bei dir aus?
Meistens stehen wir um 06:45 Uhr auf und gehen gemeinsam in der Mensa zum Frühstück. Die Schule beginnt dann im Anschluss um 07:30 Uhr. Dienstags und Donnerstags haben wir in der Früh noch einmal „Spezialtraining“, das heißt wir trainieren individuell bis zu zwei Stunden während der Schulzeit an unseren fußballerischen Leistungen. Danach gehen wir wieder in der Mensa Mittagessen, ehe es um 12:40 Uhr mit dem Nachmittagsunterricht weitergeht. Um 15:10 Uhr haben wir spätestens Schulschluss. Um 17:00 Uhr beginnt anschließend das Fußballtraining beim USV Jena. In der freien Zeit zwischen Schule und Training können wir lernen und uns auf den nächsten Tag vorbereiten. Nach dem Training um 20.00 Uhr besteht noch ein wenig Zeit, um sich mit Freunden zu treffen oder im Internat fern zu sehen.

Was würdest du anderen Mädchen und Jungs raten, die auch von so einer Karriere träumen? Genügt es einfach gut Fußball zu spielen oder gehört mehr dazu?
Wichtig ist es, sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Nach jeder Niederlage wieder aufzustehen und sich nicht unterkriegen zu lassen, nach dem Motto „Immer einmal mehr aufstehen, als hinzufallen“, ist von großer Bedeutung. Ehrgeiz, Disziplin, Teamgeist und die Freude am Fußball sind das Wichtigste überhaupt.

Ich hoffe ihr habt einen Einblick in das Leben einer Leistungssportlerin erhalten und konntet ein paar Dinge für euch mitnehmen. Wenn ihr selbst mal vor einer solchen Entscheidung steht, könnt ihr euch Nelly als Vorbild nehmen. Sie hat es auch geschafft.

Eure Sina 🙂

 

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