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Leben auf dem Dorf…

Jeder kennt jeden und weiß, was er macht – so ist das bei uns auf dem Dorf. Ich erzähle euch über mein Leben in der Landjugend und wie es ist nicht in einer Großstadt, sondern auf dem Land zu wohnen.

Ich komme aus einem 70-Seelen-Dorf im Raum Schwarzenbach/Saale. Bei uns ist man ohne Auto aufgeschmissen, da es nur den Schulbus gibt. Als öffentliche Verkehrsmittel gibt es nur noch das sogenannte „Anruf-Sammel-Taxi“, wobei ich nicht weiß, ob dessen Dienste bei uns schon jemals in Anspruch genommen wurden. Unsere Gaststätte mit „Komödienstadl“ wird von unserem Ortsverein selbst bewirtschaftet und auch für Hochzeiten, Geburtstage und andere Veranstaltungen vermietet. Einkaufsmöglichkeiten gibt es bei uns nur zweimal wöchentlich, wenn der Bäcker von Haus zu Haus fährt.

Vor allem zur Erntezeit gibt es für unsere Nachbarn keine Sonn- und Feiertage, an diesen Tagen müssen sie auf den Feldern unterwegs sein, um ihre Ernte einzubringen und irgendeine Arbeit muss immer erledigt werden.

 

 

 

 

An freien Tagen trifft man sich gerne am nahen Förmitzspeicher. Sonntagabend geht es dann in unser Wirtshaus zum Stammtisch, um Karten zu spielen und über das letzte und nächste Wochenende zu sprechen, beispielsweise welche Veranstaltungen stattfinden oder was die Dorfjugend am nächsten Wochenende unternimmt. Unter der Woche wird unser schönes „Bänkla“ der zentrale Dorftreffpunkt, dort genießen wir dann unseren Feierabend.

Feuerwehr – auf dem Dorf ein ganz wichtiger Punkt, fast alle Männer sind aktiv dabei und nehmen regelmäßig an unseren Übungen teil. Auch wenn das Aufstehen um acht Uhr an manchen Sonntagen schwer fällt, es ist einfach Tradition nicht zu fehlen. Tauschen möchte ich trotz mancher Nachteile mit niemandem.

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Landjugend kann man nicht beschreiben – Landjugend muss man erleben!

Fast alle Jugendlichen aus unserem Dorf sind Mitglied einer Landjugend. Damit es nie langweilig wird, gibt es innerhalb der Landjugend gemeinsame Fußballtrainings, Gruppenabende, Spieleabende, Kinobesuche oder Begegnungen mit anderen Landjugendgruppen.

Auch arbeiten wir dort einiges, in meiner Landjugend haben wir das alljährliche Maifest in Jehsen. Dazu müssen wir planen, aufbauen, bewirten und nach dem Fest wieder abbauen. Weiterhin haben wir jedes Jahr ein Weinfest, ein Sonnwendfeuer und eine Faschingsparty zu organisieren.

Gemeinsam haben wir es im letzten Jahr geschafft unter der Aktion „Jugend.macht.Land“ den Ahornberger Spielplatz in einer 72-Stunden-Aktion herzurichten. Einige Landjugendgruppen in der Umgebung feiern ihr diesjähriges Jubiläum, deshalb wurde 2016 als Jubijahr beworben. Bei solchen Jubiläen besuchen die Landjugendgruppen gegenseitig ihre Veranstaltungen und laufen bei den Festumzügen mit.

Leider sagt man den Landjugendgruppen nach ein „Trinkverein“ zu sein – ich denke aber, bei diesen vielen Aktivitäten ist diese Aussage völliger Quatsch.

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Eindruck vom Leben auf dem Dorf gewinnen. Schreibt doch etwas über euer Heimatdorf oder eure Heimatstadt in den Kommentaren.

 

 

 

 

"Im Sommer trifft man mich am Fußballplatz oder am Förmitzspeicher und im Winter auf der Piste oder dem Dorfteich."

Ausbildungsberuf: Industriekaufmann Lieblingsessen: Schnitzel mit Pommes
Geht immer: Essen, Fußball, Landjugend, Moped fahren Das mache ich, wenn mal zu viel Geld übrig ist: BMW M5 kaufen
Geht gar nicht: 1860 München Helden meiner Kindheit: Bastian Schweinsteiger
Musikgeschmack: Querbeet Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Sommer, Winter

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