Ein technischer Produktdesigner in einer Lehrwerkstatt?

Richtig gehört 😉 Zur Ausbildung zum technischen Produktdesigner gehört in den meisten Firmen auch ein Aufenthalt in der Lehrwerkstatt, um die Grundlagen der Metallbearbeitung zu erlernen. Die meisten Mitschüler in meiner Berufsschulklasse absolvierten den Aufenthalt direkt am Anfang ihrer Ausbildung – ich erst ein halbes Jahr später. Das hatte einige Vorteile für mich: Zum einen war ich die gesamte Probezeit an meinen eigentlichen Arbeitsplatz, zum anderen erlernte ich die Grundlagen des technischen Zeichens gleichzeitig in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb.

Anfang April ging es in der Lehrwerkstatt für mich los. In der ersten Woche durfte ich anfangs Bleche anreisen und körnen. Hier war vor allem Genauigkeit gefragt und dass die Körnungen auch direkt auf dem angerissenen Kreuz sitzen.

Danach kam das Sägen und Feilen, was auch die ein oder andere Schwierigkeit mit sich brachte: Da ich die Feile nicht immer exakt gerade gehalten habe, entstand sehr schnell ein Bauch auf dem Werkstück. Dieser musste dann natürlich wieder vorsichtig mit der Feile entfernt werden. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister 😉
Ich durfte auch noch weitere Fertigungstechniken ausprobieren, wie zum Beispiel das Meißeln oder die Arbeit mit der Bohrmaschine.

 

 

Als ich dann alle Grundtechniken kennengelernt hatte, durfte ich eine Bohrerkassette anfertigen. Hierzu musste ich noch einmal Feilen – diesmal aber nicht nur Stahl, sondern auch Kunststoff. Da ging dann das Feilen „zum Glück“ etwas schneller 😀 Des Weiteren habe ich mit mehreren Schülerpraktikanten ein Reisemühlespiel angefertigt.

Als letzte Aufgabe erwartete mich noch ein besonderes Werkstück: eine Passung. Zwei verschiedene Werkstücke mussten so genau wie möglich ineinander eingepasst werden. Dies erforderte genaues, gerades nach Maß feilen. Das war bei meinem ersten Versuch aber leider nicht der Fall und ich durfte die ganze Passung noch einmal von vorne machen. Aber das habe ich dann auch geschafft 🙂

Alles in allem hat mir der Aufenthalt echt Spaß gemacht! Außerdem habe ich eine Menge neuer Leute und deren Aufgaben in der Firma kennengelernt. Sollte ich nun einmal Hilfe von jemanden benötigen, der sich praktisch bestens auskennt, weiß ich, an wen ich mich wenden kann 🙂

Ausbildungsberuf: Technische Produktdesignerin Einen Arbeitstag als: Politiker
Geht immer: Schokolade Lebensmotto: Don't worry, be happy
Survival Kit: Feuerzeug, Messer, Schokolade Als Tier wäre ich: Koala
Nach dem Feierabend freue ich mich auf: Die Familie Lieblingsfilm: Forrest Gump
Lieblingsessen: Pfannkuchen Mit einem Lottogewinn: Gut anlegen

Ähnliche Artikel

1 Kommentar

  • Markus P. schrieb am

    Sehr geehrte Frau Hartmann,

    „Zur Ausbildung zum technischen Produktdesigner gehört in den meisten Firmen auch ein Aufenthalt in der Lehrwerkstatt, um die Grundlagen der Metallbearbeitung zu erlernen.“ Eine Sache, die ich sehr begrüße und vor allem für sehr wichtig erhalte. Praktische Erfahrungen zu sammeln ist in meinen Augen sowieso immer eine gute Sache, egal in welchem Lebensbereich. Wenn man Auto fahren will, reicht nicht nur die Theorieprüfung. Denn in der Praxis erlernt man die Besonderheiten, die in der Theorie nicht aufgezeigt werden. In diesem Sinne wünsche ich allen technischen Produktdesigner viel Erfolg in der Lehrwerkstatt, sodass viel hängen bleibt und im späteren Arbeitsleben davon profitiert werden kann!

    Für mich war schon recht früh im Leben klar, dass ich ungerne in einem Büro arbeiten möchte. Ich habe mich schon immer sehr für das „Praktische“ interessiert. Insbesondere für die Metallverarbeitung, sodass ich auch in dieser Branche meine Ausbildung gemacht habe. Vom Charakter her würde ich mich auch eher als „praktischer Macher“ beschreiben, sodass andere Berufsmöglichkeiten nicht in die engere Auswahl kommen konnten. Ich hatte schon immer das Bedürfnis was zu machen, zu schrauben, zu werkeln… Heutzutage gehören diverse Arbeitsschritte zu meiner täglichen Arbeit. Sehr interessant finde ich persönlich den Prozess des Entgraten, da unsere Firma seit Neustem über eine Maschine verfügt, die automatisches Entgraten ermöglicht.

    Vielen Dank für den sehr interessanten Post. So bekommt man auch Einblicke in andere Bereiche und ander Unternehmen.
    Freundlichste Grüße!

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

*

Ich stimme zu